Google is watching you! "Don't be evil" ? – Pah..

Chrome keine Beta mehr … und die wahren Gründe für diesen Schritt

Posted in Überwachung, Chrome, Iron by giwy on 2008-12-11

Unzählige News-Seiten, Blogs und Newsletter berichteten es heute: Bei Google hat man sich dazu entschlossen, den Browser „Chrome“ aus dem Beta-Status herauszunehmen und hat ihm prompt die Versionsnummer 1.0 verpasst. Warum es zu diesem hastigen, aber (für Google) dringend notwendigen Schritt kam, möchte ich euch heute verraten.

Warum Chrome nun quasi in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zur v.1.0 geupdated wurde? Wegen der vielen neuen Funktionen? I wo! Weil man der Menschheit endlich zeigen will, dass man fähig ist, „gute“ Programme herzustellen, die keines Beta-Statuses mehr bedürfen? Schon eher, aber noch nicht 100%ig.

Falls sich jetzt aber noch jemand an meinen Artikel „Chrome-soll-marktanteile-bringen-mit-einem-tritt-in-den-Hintern“ erinnert, dann hat er es erfasst. Für alle, die es nicht nochmal komplett lesen wollen, erzähl ichs nochmal kurz: Google brachte Chrome mit diversen Funktionen darher, die dem Datenschutz-bewussten User ganz und gar widerspenstig waren. Nach veröffentlichung dieser Informationen verbannten die meisten User den Browser wieder recht schnell von ihrem System. Google aber will das nicht auf sich sitzen lassen und vereinbarte nun bereits mit mehreren großen PC-Herstellern, Chrome auf neuen PC vorzuinstallieren und die User somit quasi zum Nutzen von Chrome zu zwingen. Sicher, es besteht die Möglichkeit, sich den Firefox, Opera, Iron oder sonstiges zu installieren, aber insbesondere unerfahrene User bleiben oftmals bei dem, was auf dem PC mitgeliefert ist. Das hat man damals schon beim Internet Explorer gesehen. Da gab es ja auch schon Mozilla, Netscape u.a.

„Gut, und was ist jetzt endlich der Grund für die Veröffentlichung der v.1.0, wo doch fast ausnahmslos alle anderen Google-Dienste und Produkte noch das „Beta“-Label tragen!?“ werdet ihr euch fragen. Ganz einfach: Kein PC-Hersteller, schon gar nicht in der Größendimension von Dell, HP, IBM oder etwaigen, würde sich erlauben, Software auf seinen PC’s zu installieren, welche einen Beta-Status hat. Denn diese würde dann höchstwahrscheinlich a) niemand nutzen, b) dem Unternehmen schaden, wenn finanzielle Verluste aufgrund des Nichtverkaufs der Systeme erfolgen und c) natürlich Google weder Nutzer, noch Daten und somit erst recht kein Geld einbringen. Google reagierte also ausgesprochen zeitnah, denn Zeit ist bekanntlich Geld, und entfernte wie ja nun bekannt ist, hochoffiziell unter großem Applaus der unwissenden User und Medien das Beta-Logo. Das ist das ganze Geheimnis.

Aus dem Forum von Michael Nickles gibt es dazu noch einen passenden Kommentar:

[…] ist klar, das immer mehr Vertriebswege gesucht werden, um Markverdrängung und Umsätze zu sichern. Dabei geht es z.b. Google mit Chrome nicht um den User-Nutzwert, sondern um strategische Zwecke und letztendlich um Geld.

Als Verbraucher ist es nicht einzusehen, warum der ganze Software-Mist sofort beim Kauf vorinstalliert sein muß. Diese Bundle-Politik dient doch nur dem Zweck, den Preis möglicht hoch zu halten und dem Käufer vorzugaukeln, wie super und komplett der Rechner sei.

Es ist zu erwarten, dass in den nächsten Tagen eine entsprechend angepasste Version der spionage-freien Chrome-Alternative Iron erscheint.

Selbstverständlich werden wir euch wie immer darüber informieren.

Quellen: .theinquirer, .nickles (Kommentar von Ronald13)

4 Antworten

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  1. amnisinspirare said, on 2008-12-12 at 08:17

    Mit Internet Explorer wurde es vorgemacht und Chrome kopiert einfach das klassische Marktingmuster. Bis entsprechende Institutionen gegen dieses Verhalten vorgehen, ist wieder ein wenig Zeit vergangen, in der sich Google die Kassen füllen kann. Google ergänzt diese Vorgehensweise einfach für kommerzielle Zwecke.

    Die Medien wurden ordentlich aufgewühlt, sodass auch ein unerfahrener Benutzer zumindest einmal davon gehört haben sollte. Wer dennoch glaubt, er müsse diesen Browser mit den integrierten zusätzlichen Programmen unbedingt nutzen, der weiß, worauf er sich damit einlässt.

    Welche Daten letztlich mit Chrome auch weiterhin gesammelt und kommerziell genutzt werden, wird sich erst in einiger Zeit zeigen. Google lässt sich in diesem Bereich nicht in die Karten schauen. Vielleicht werden die Mechanismen einfach nur geschickter dafür versteckt. Denn letztendlich, Google will in erster Linie Geld verdienen. Und in Zeiten, wo jeder versucht zu sparen, werden einige Nutzer trotz aller Warnungen die Angebote nutzen wollen.

  2. giwy said, on 2008-12-12 at 10:26

    Toller Beitrag, vielen Dank. Natürlich sollte niemandem der Zutritt zu Google-Diensten verwehrt bleiben, sofern er diese wirklich nutzen will. Aber wie du ja auch schon richtig sagtest, sollte sich jeder einzelne dann auch stets bewusst sein, worauf er sich da einlässt. Dass es Google mit dem Datenschutz nicht so ernst nimmt, ist ja spätestens seit Chrome auch dem letzten Bild-Zeitungs-Leser klar. Welche Karten dieser Konzern aber noch in der Hinterhand hat, das bleibt abzuwarten. Zu befürchten gibt es jedoch einiges..

  3. Johannes said, on 2008-12-13 at 11:23

    Ich benutze Chrome noch nicht, weil es ihn noch nicht für OS X gibt, aber wenn er besser (interessant ist an der Stelle für mich schneller) ist, dann werde ich ihn sicher benutzen. Sind wir doch mal ehrlich, es ist mir gleich ob Google weiß ob ich regelmäßig youporn aufsuche oder nicht. Und was ist so schlimm daran, dass sie Geld verdienen wollen? Jeder will Geld verdienen und sie haben halt ihre Methoden gefunden oder noch besser: Sie hören nicht auf damit neue Methoden zu finden, denn das ist der Tod für ein Unternehmen.
    Die Web-Applikationen die sie schreiben sind auf jeden Fall verdammt gut und man merkt, dass sie sich Mühe geben und dem Nutzer das Arbeiten damit so leicht wie möglich machen wollen. Und das finde ich gut. Wenn man alleine GMail, ohh Verzeihung, Google Mail mit GMX, Web.de oder Yahoo vergleicht. Ich bitte euch. Natürlich haben Yahoo und GMX auch Ajax-Anwendungen. Aber die sind scheiße. Von Web will ich gar nicht erst anfangen.

    Und ja, mir ist durchaus bewusst, dass das Firmenmotto schon seit einiger Zeit nicht mehr ganz stimmt. Aber die Zeiten verändern sich. Menschen verändern sich. Unternehmen verändern sich. Google ist einfach nicht mehr das Start-Up mit 25 Millionen Dollar Risikokapital und der puren Technikidee im Vordergrund. Sie haben gelernt, dass Technik viel aber eben nicht alles ist. Und wenn sie das nicht getan hätten, dann gäbe es sie heute vielleicht nicht mehr. Was ich schade fände, denn ich mag ihre Ideen.

  4. CodersX Blog said, on 2008-12-19 at 13:32

    Google Chrome…

    Hab ich mich bisher wenig mit Chrome beschäftigt – sah einfach keine Veranlassung dafür. Minimale Reichweite und die gleiche Renderingengine wie der Safari machen den Chrome für Webentwickler im prinzip weniger Interessant als andere kle…


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