Google is watching you! "Don't be evil" ? – Pah..

Google will eine eigene „Fast Lane“ im Internet – Netzneutralität ade?

Google verhandelt mit Kabelnetzbetreibern und Telekommunikationsanbietern über eine bevorzugte Auslieferung seiner Inhalte, berichtet die US-Tageszeitung Wall Street Journal. Das kalifornische Internetunternehmen hat sich bislang immer vehement für Netzneutralität eingesetzt.

Bisher galt Google immer als Verfechter von Netzneutralität. Das Unternehmen gehört einschlägigen Initiativen an, wie der Save the Internet Coalition oder der Open Internet Coalition, einem Dachverband von Internetunternehmen. Doch jetzt scheint sich bei Google ein Sinneswandel anzubahnen: Google verhandele mit mehreren Kabelnetzbetreibern und Telekommunikationsanbietern darüber, Google-Inhalte bevorzugt auszuliefern, berichtet das Wall Street Journal.

Ein führender Mitarbeiter eines Kabelnetzbetreibers erklärte allerdings der Zeitung, sein Unternehmen zögere, eine solche Vereinbarung mit Google zu treffen. „Täten wir das, würde ein Sturm der Entrüstung in Washington losbrechen.“ Google hatte indes die Verhandlungspartner gebeten, Stillschweigen über die Verhandlungen zu wahren.

Die Infrastrukturbetreiber in den USA verlangen seit längerem, dass Inhalteanbieter sich an den Kosten für Aufbau und Betrieb der Netze beteiligen. Im Gegenzug wollen sie deren Seiten bevorzugt an die Nutzer ausliefern. Microsoft und Yahoo, ebenfalls ehemals Verfechter der Netzneutralität, haben solche Vereinbarungen bereits getroffen.

Kritiker befürchten jedoch, dass eine solche Regelung weniger betuchte Internetunternehmen gegenüber Anbietern wie Google, eBay oder Yahoo benachteilige. Große Infrastrukturbetreiber würden damit sowohl die Distribution als auch die Inhalte, die die Nutzer zu sehen bekommen, kontrollieren.

Was das bedeutet, erfuhren Kunden des US-Kabelnetzbetreibers Comcast, als ihr Provider im Herbst 2007 den Datentausch über das Peer-to-Peer-Protokoll BitTorrent sperrte. Die Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) nahm sich nach Beschwerden des Falls an und verurteilte Comcast schließlich, die Sperren aufzuheben.

Gegner der Vorfahrt gegen Zahlung bestehen deshalb auf Netzneutralität, also darauf, dass alle Inhalte gleichberechtigt ausgeliefert werden. Anfang 2008 legten zwei demokratische Abgeordnete sogar einen Gesetzesentwurf zur Netzneutralität vor.

Bislang galt auch der designierte US-Präsident Barack Obama als Vertreter der Netzneutralität. Allerdings rücken inzwischen einige seiner Berater von der Gleichbehandlung aller Internetinhalte ab. So sprach sich kürzlich Lawrence Lessig, Jurist an der Stanford Universität, dafür aus, dass Inhalteanbieter die Möglichkeit bekommen sollten, eine bevorzugte Auslieferung ihrer Seiten vereinbaren zu dürfen. Lessig ist ein alter Weggefährte Obamas und gilt als möglicher Kandidat für das Amt des FCC-Chefs. (wp)

Quelle: .golem

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