Google is watching you! "Don't be evil" ? – Pah..

Google startet weltweites Netzwerk mit personenbezogener Werbung

Posted in Überwachung, Datenspeicherung, Finanzielles, Kritisches by giwy on 2009-03-16

Die Werbung soll effizienter werden – so wirbt Google gegenüber Webseitenbetreibern und Werbetreibenden. Das sogenannte „Behavioural tageting“, also „verhaltensbasierte Zielgruppenansprache“, funktioniert so, dass das Surfverhalten eines Nutzers ausgewertet wird, um ein „Interessensprofil“ desjenigen zu erstellen.

Völlig neu ist diese personalisierte Form der Werbung bei Google selbstverständlich nicht. Auf den Ergebnislisten seiner Suchwebseite schaltet der Suchgigant längst Anzeigen, die sich an den Interessen seiner Nutzer orientieren. Wer etwa nach „Italien“ sucht, bekommt Werbeanzeigen zu Gesicht, die zum Suchbegriff passen – Anzeigen für „Frühbucher-Reisen“ etwa oder für „Ferienhäuser in der Toscana“.

Auch über Google Adsense, dem Werbenetzwerk des kalifornischen Suchkonzerns, werden interessenbezogene Anzeigen geschaltet. So wird die Seite eines Hundezüchters mit Werbung rund um Hund und Herrchen ausstaffiert. Dahinter steht die Überlegung: Wer eine solche Seite besucht, ist für Werbung empfänglich, die zu den Inhalten der Seite passt. Je passgenauer Werbung ist, desto häufiger wird sie auch angeklickt – und desto lauter klingeln Googles Kassen.

Die Profile setzen sich aus rund sechshundert einzelnen Interessensmerkmalen zusammen. Notiert wird, welche Automarke man bevorzugt, wohin man reist, welche Musik man hört, ob man Haustiere hat, welches Computerbetriebssystem man nutzt oder für welchen Sport man sich begeistern kann. Auch eine Rubrik „Kontakte und Beziehungen“ darf hier nicht fehlen.

„Google weist keine sensiblen Interessenkategorien zu“, versichern die Betreiber der Suchmaschine. „Kategorien, die auf Rasse, Religion, sexueller Orientierung, Gesundheit oder Finanzen basieren“, bleiben außen vor. Dennoch lässt sich aus den verwendeten Merkmalen ein detailliertes Profil erstellen, das einen Großteil der Nutzerpersönlichkeit in allen Facetten bei Google abbildet.

Die Profilbildung geschehe völlig anonym, versichert Google. „Google kennt bei diesem Vorgang weder den Namen noch andere personenbezogene Daten.“ Personendaten, die der Suchkonzern in den Datenbanken anderer Google-Dienste gespeichert hat, würden nicht mit den Profilen verknüpft. Das soll Datenschützer beruhigen, ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Google speichert auch die IP-Adressen seiner Nutzer, die unter bestimmten Voraussetzungen Rückschlüsse auf die Identität eines Nutzers erlauben. Auch aus den gespeicherten Surftouren lassen sich mit etwas Geschick Namens- und Adressdaten ermitteln.

Die Profilbildung ist laut Google aber abschaltbar!

Über den sogenannten „Ads Preferences Manager“ („Manager für Anzeigenvorgaben“) kann man sich aus dem Werbesystem ausklinken. „Mit dem Ads Preferences Manager und den Möglichkeiten für die Nutzer (…), Interest Based Ads für sich selbst anzupassen oder gar komplett auszuschalten, setzen wir neue Maßstäbe und leisten einen wertvollen Beitrag für den Datenschutz“, behauptet Google.

Doch auch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn standardmäßig sind die neuen Werbefunktionen für jeden Nutzer aktiviert. Auf die Anti-Schnüffel-Einstellungen wird bisher nirgendwo an prominenter Stelle hingewiesen. Nur in den kleingedruckten Nutzungsbestimmungen erfährt der Surfer, dass und wie er seine Privatsphäre wenigstens ansatzweise vor den neugierigen Blicken der Suchmaschinenbetreiber schützen kann.

Quellen: .Heute , .Gulli

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